Wieder einmal eine Hochzeit – ein toller Sommertag alles war bestens, die Stimmung unter den Gäste ausgelassen und alle dachten wir – tolle Hochzeit. Gegen 23 Uhr beschwerte sich der Gast aus Zimmer 716 über den Lärm und dass seine Frau nicht schlafen kann. Wir informierten ihn, dass die Hochzeit bis 01 Uhr feiern wird und baten umgehend ein anderes Zimmer an, welches er ablehnt. Um 23:30 Uhr nochmaliger Anruf an der Rezeption, wir schlossen die Fenster vom Veranstaltungsraum und hofften, dass die Lärmbelästigung für den Gast nun erträglich war. Aus dem nichts stand „er“ aus Zimmer 716 im Raum, mit Jogginghose und Unterhemd – schrie nur Ruhe! Ging zum Ehrentisch und riss an der Tischdecken, Gläser fielen, Kerzenleuchter, Teller, Rotwein spritze noch in der Sekunde des Schocks machte „er“ sich auf den Rückzug. Einer meiner großen Schlossgeister hielt die Männer der Hochzeitsgesellschaft davon ab, den Mann zu verfolgen und verhinderte so schlimmeres. Die Stimmung war natürlich mehr als dahin. Auch die Versuche des Bräutigams dies als besondere Einlage von seinen Freunden zu tarnen blieb ohne Erfolg. Um 07 Uhr am Morgen klopfte ich bei „ihm“ von Zimmer 716 an der Türe und bat um ein sofortiges Gespräch. Ich legte klar, dass er noch 30 Minuten Zeit hat das Haus zu verlassen, legte die Rechnung für die zerbrochenen Gläser, Teller etc. vor und fragte was in dazu bewegt hat so zu reagieren. „Meine Frau – sie hat mich wahnsinnig gemacht, mach doch nun etwas – meine Migräne, mach doch etwas -ich kann nicht schlafen und nach 2 Stunden bin ich einfach ausgerastet“, antwortete er mir mit leiser Stimme.

Oh, mein Gott! Das ist ja echt der Horror. Weibliche Migräne können viel verhindern, aber auch viel zerstören. Wünsche den Schloßgeistern für dieses Jahr weniger “unvergessliche” Hochzeitsabende…
Schafe Grüsse
Jürgen